Ebola-Gefahr in Südafrika?

Im westafrikanischen Guinea ist im vergangenen Monat der Ebola-Virus ausgebrochen, dem insgesamt 63 Menschen zum Opfer fielen. Gesundheitsminister Remy Lamah hat gestern bestätigt, dass sich vier weitere Menschen an dem tödlichen Virus infiziert haben sollen. Auch in Liberia gibt es erste Verdachtsfälle. Wie groß ist die Gefahr einer Ausbreitung der Epidemie im südlichen Afrika?

Update: Bitte unseren neusten Artikel beachten: Ebola: Risiko in Kapstadt geringer als in Deutschland!

Der Ebola-Virus unter dem Mikroskop

Der Ebola-Virus unter dem Mikroskop

Ebola gilt als eine der gefährlichsten Viruserkrankungen weltweit und wurde erstmals 1976 im Sudan und Kongo dokumentiert. Das Virus verursacht hohes Fieber und führt zu inneren Blutungen und schließlich Nieren-, Leber- und Herzversagen. Die Todesrate nach Infektion liegt bei etwa 90 %. Bis heute gibt es weder eine vorbeugende Impfung noch eine Therapie gegen Ebola.

Vor allem wilde Tiere des Regenwaldes wie z.B. Affen, Fledermäuse und Ratten gelten als potentieller Wirt für das Virus. Da diese Tiere in vielen westafrikanischen Ländern als Delikatesse gelten, kommt es immer wieder zu Übertragungen auf Menschen. In Guinea wurden deshalb am Mittwoch der Verkauf und Verzehr von wilden Tieren verboten, um die Seuche einzudämmen.

Da die Inkubationszeit bei ca. 21. Tagen liegt, ist es durchaus möglich, dass Reisende das Virus mit dem Flugzeug verbreiten. Zwar sind Guinea und die angrenzenden Länder keine Touristenziele für Südafrikaner, doch gibt es enge Verbindungen zwischen Öl- und Minenunternehmen in beiden Ländern, sodass Arbeiter zwischen beiden Ländern hin- und herreisen.

An südafrikanischen Flughäfen wurden die Sicherheitsvorkehrungen im Zuge der Epidemie erhöht. Flughafenmitarbeiter und Ärzte wurden darüber informiert, wie sie Verdachtsfälle erkennen. Fieberzustände und direkter Kontakt mit einem infizierten Patient seien die ausschlaggebenden Kriterien. Schon seit Jahren gibt es bei der Passkontrolle an südafrikanischen Flughäfen Körpertemperaturscanner, die Alarm schlagen, wenn ein Fluggast mit erhöhter Temperatur einreisen möchte. Schlägt der Scanner an, muss sich die betreffende Person einer näheren Untersuchung unterziehen, um infektiöse Fiebererkrankungen wie etwa Gelbfieber oder auch Ebola auszuschließen.

Südafrika Reiseangebot

Übertragung durch direkten Körperkontakt

Übertragen wird das Virus durch direkten Kontakt mit infizierten Körpersekreten oder Gewebe. Ansteckungen durch beiläufigen Kontakt z.B. in Meetings oder in öffentlichen Verkehrsmitteln seien dagegen äußerst unwahrscheinlich, wie die Chefin des „National Institute of Communicable Diseases“ (NICD), Lucille Blumberg, erläutert. Ein Anhusten reiche dazu nicht aus. Da sei die Gefahr einer Malaria-Infektion bei Reisen in die betroffenen Gebiete wesentlich höher. Dennoch sei es wichtig, dass sich Reisende in Guinea, Liberia oder Sierra Leone der potentiellen Gefahr bewusst sind und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen einhalten.

In Südafrika wurde der erste und bislang einzige Ebola-Fall 1996 registriert. Damals hatte sich eine Krankenschwester aus Johannesburg mit dem Krankheitserreger infiziert, vermutlich im Kontakt mit einem Patienten aus einem zentralafrikanischen Land und erlag der Virusinfektion. Jedoch konnte sich die Krankheit zum Glück nicht weiter ausbreiten.

Karte zu den Ebolavirus-Ausbrüchen in Afrika von 1976 bis 2008

Karte zu den Ebolavirus-Ausbrüchen in Afrika von 1976 bis 2008
Bildquelle: Zach Orecchio, University of South Florida Geography Dep. (CC BY-SA 3.0)

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