Droht ein Arabischer Frühling in Südafrika ?

SüdafrikaEine extrem hohe Arbeitslosigkeit, hohe Nutzung von sozialen Netzwerken durch die Bevölkerung, kombiniert mit einer wachsenden Gefühl der Entfremdung vom Staat und ein auslösender Funke durch ein beliebiges Ereignis, dies war zusammenfassend die Ursache der Aufstände in Nordafrika. Und diese Gemengelage findet man jetzt auch in Südafrika wieder.

Eine Kapstädter Zeitung beschreibt ein mögliches Szenario 

Etwas überspitzt zeichnete die Kapstädter Zeitung „Sunday Times“ die aktuelle und zukünftige wirtschaftliche, politische und soziale Situation in Südafrika dar. Betrachtet man jedoch ganz nüchtern die Fakten, macht es den Leser doch etwas stutzig. Ist vielleicht doch etwas dran an diesem Szenario? Schauen wir uns mal einige Fakten an:

Allgemeine wirtschaftliche Situation in Südafrika

Die Schaffung von Millionen neuer Arbeitsplätze ist in weite Ferne gerückt. Südafrika ist massiv in den Abwartssog der Weltwirtschaft geraten. Das Wirtschaftswachstum betrug 2012 nur noch 2,4 %, 2013 wird es auf etwa 3 % geschätzt. Um jedoch überhaupt Arbeitsplätze in relevanter Größe schaffen zu können, sind Werte über 5 % notwendig. Die hohe Arbeitslosigkeit von über 25 Prozent bleibt weiter bestehen, unter den Unter-25 Jährigen beträgt sie etwa 50 Prozent. Trotz der schlechten Verfassung der Wirtschaft steigen die Preise unaufhörlich. Im Schnitt beträgt die Inflation im Jahr 10 Prozent, weit mehr als akzeptabel für ein Industrieland. Die Lebenshaltungskosten aufgrund des Preisanstiegs für Lebensmittel, Benzin und Mieten haben die Belastungsgrenze vieler Haushalte längst überschritten. Der Verschuldungsgrad der Bevölkerung ist extrem hoch. Ein guter Indikator ist die hohe Fluktuation bzw. der Konkurs unter Restaurants. Etwa 25 Prozent der alteingesessenen Bars und Restaurants in Kapstadt sind innerhalb von 3 Jahren verschwunden. Wer kaum noch Geld hat, spart zuerst bei solchen Dingen.

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Politische Situation in Südafrika

Die Regierungspartei ANC und der Präsident Jacob Zuma haben erstmal ihre Macht gesichert. Auf dem Parteitag im Dezember 2012 gewann Zuma die Wahl. Trotzdem rumort es überall. Die ANC besteht aus vielen unterschiedlichen Gruppierungen, die entgegengesetzte Richtungen anstreben. Die Verstaatlichung von Teilen der Wirtschaft ist vom Tisch, hat Südafrika aber viel Reputation gekostet. Die südafrikanischen Staatsanleihen sind fast auf Ramschniveau, dank der politischen Diskussionen. Die südafrikanische Währung hat im letzten Jahr auch viel an Wert verloren und steht vor einem weiteren Tiefpunkt. Die ständigen neuen Korruptionsvorfälle in Partei und Wirtschaft unterminieren den Glauben an den Staat. Die Entfremdung steigt und steigt.

Wahrscheinlichkeit für Unruhen in Südafrika

Laut einem Analysten der Kapstädter Zeitung „Sunday Times“ ist das Szenario eines gewaltsamen Aufstandes von 10 Prozent auf 25 Prozent gestiegen. Der auslösende Funke könnte der Minenvorfall in Mariana gewesen sein, bei dem über 30 Streikende von der Polizei getötet wurden.

Dieses Ereignis wird bereits mit den brutalen Polizeimassakern in der Apartheidzeit verglichen. Wird die Endbewertung dieses Vorfalles durch eine Regierungskommission keine zufrieden stellenden Antwort bringen, ist als Reaktion alles möglich….

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