1652 begann die eigentliche Besiedlung des Kap der guten Hoffnung. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde das Kap nur zur Aufnahme von Wasser und als sicherer Ankerplatz vor den berüchtigten Stürmen am Kap angesteuert. Jan van Riebeck landete hier mit einigen Siedlern, um im Auftrag der Niederländischen Ostindien-Kompanie eine Versorgungsstation auf dem Weg zu den niederländischen Kolonien in Asien zu errichteten. Die zu gründende Stadt an der Tafelbucht nannte man „Kaapstad“, also Kapstadt. Das zu
besiedelnde Gebiet war jedoch nicht menschenleer, hier lebten bereits die Völker der San und Khoikoi. 1688 folgten den holländischen Siedlern Gruppen von französischen Hugenotten, welche aus ihrer Heimat flüchteten. Nach anfänglichen friedlichen Zusammenleben mit den Ureinwohnern kam es jedoch immer öfters zu Streitigkeiten und gewalttätigen Auseinadersetzungen zwischen Siedlern und den San & Khoikoi.
Das Potential als Gefängnisinsel wurde bereits vom Gründer von Kapstadt erkannt. Die Entfernung von über 5 km nach Stadt und die starke Strömung des kaltes Meeres verhinderten jede Flucht. Sklaven, Kriegsgefangene und Khoikoi waren die ersten unfreiwilligen Bewohner der Insel. Sie mussten im Steinbruch arbeiten und Muschel zu Kalk brennen, was dann als Baumaterial für die Häuser von Kapstadt genutzt wurde. Da die einheimische Bevölkerung nicht als Arbeitskraft zur Verfügung stand, wurden aus allen Kolonien Skaven nach Kapstadt gebracht. Unter ihnen waren viele Muslimen aus den heutigen Indonesien. Nachdem die Engländer die Kolonie von den Holländern erobert hatten, begannen sie ihre Inlandsexpansion. Dabei stießen sie mit den Xhosas und anderen Bantustämmen aneinander. Viele der besiegten Häuptlinge wurden dann ebenfalls auf Robben Island interniert. Die Gefangenen betrieben zur Eigenversorgung auch Viehzucht und Ackerbau auf der Insel.
Ab 1840 wurde Robben Island dann als Krankenstation genutzt. Alle Leprakranken der Kapkolonie wurden hierher verlegt, später folgten dann geistig Behinderte, Arme und sonstige Personen, welche die Gesellschaft nicht in Kapstadt haben wollte. Aber auch während dieser Periode wurden vereinzelt politische Gefangene hierher verbannt. Anfang der 1930er Jahre wurden dann die letzten Bewohner von Robben Island auf das Festland verlegt und die ganze Insel an das Militär übergeben. Das Gelände diente zum Training und wurde während des Zweiten Weltkrieges als massive Verteidigungsstellung für Kapstadt ausgebaut. Die Fundamente vieler Geschütze zeugen noch heute von dieser Epoche.
1959 wurde Robben Island dann vom Justizministerium übernommen. Zweck war die Errichtung eines Hochsicherheitsgefängnisses sowohl für politische Gefangene als auch für gewöhnliche Kriminelle, jedoch nur für farbige Personen. 1961 wurden dann die ersten Kriminellen nach Robben Island gebracht, etwas später folgten politische Gefangene. In den folgenden Jahren wurden immer mehr politische Häftlinge interniert, vorrangig Führer des Afrikanischen Nationalkongresses ANC und des Panafrikanischen Kongresses PAC. Bekanntester Häftling war Nelson Mandela.
Andere bedeutende inhaftierte Führer waren Jacob Zuma (amtierender Staatspräsident von Südafrika), Kgalema Motlanthe (Staatspräsident 2008/ 2009), Walter Sisulu (Generalsekretär des ANC) und Robert Sobukwe (Präsidenten des PAC).
Nelson Mandela wurde 1964 zu lebenslanger Haft wegen Sabotage und bewaffneten Kampf verurteilt. Bis 1982 saß er im Hochsicherheitstrakt von Robben Island ein. Am 11. Februar 1990 wurde Nelson Mandela aus seiner jahrzehntelangen Haft entlassen. Mit der Entlassung des berühmtesten Anti-Apartheidkämpfers wurde das Ende dieser grausamen Zeitepoche eingeläutet. 1991 wurde das Gefängnis für politische Gefangene auf Robben Island aufgelöst, 1996 schloß der Trakt für die gewöhnlichen Kriminellen für immer.
Seit 1997 ist Robben Island ein Museum. Die Unesco verlieh dieser Insel 1999 den Status eines Weltkulturerbes. Außerdem ist Robben Island eine nationale Kulturerbestätte von Südafrika.
Alltag der Inhaftierten auf Robben Island





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