Der große Treck – Südafrikaner wandern aus

Große Treck

Große Treck – Denkmal für die Buren

Der große Treck war eines der bedeutendsten Ereignisse in Südafrika. Unter diesem Begriff versteht man die Auswanderung eines großen Teils der weißen burischen Bevölkerung aus dem Großraum Kapstadt ins Landesinnere in den Jahren um 1840. Nach der Annexion ihrer südafrikanischen Heimat durch England sahen sich die Buren durch die jetzt herrschenden Engländer immer weiter in ihrer Lebensweise eingeschränkt. Mit dem Verbot der Sklaverei in ihrer Existenz bedroht, entschieden sich Tausende Buren daher, sich dem englischen Herrschaftsbereich durch die Flucht ins Landesinnere zu entziehen.

Folgen des Großen Trecks

Die Wanderungsbewegung zog eine Reihe von Folgen mit sich. Die Buren verdrängten aufgrund ihrer militärischen Kraft viele einheimische Bantuvölker aus ihrer angestammten Heimat. Diese Völker verdrängten auf ihrer Flucht wiederum andere Völker. Diese ganze Kettenreaktion ist bekannt als große Völkerwanderung in Afrika. Die Buren kämpften während ihres Vorstoßes gegen viele afrikanische Stämme. Ein Ereignis hat sich jedoch für immer im Gedächtnis der weißen burischen Südafrikaner, der Voortrekker, eingebrannt: die siegreiche Schlacht am Blood River gegen die Zulus. Noch heute ist der Tag des Sieges ein offizieller Feiertag in Südafrika. Neben der Vorherrschaft im östlichen Südafrika entwickelte sich in diesen Tagen eine Geisteshaltung, die am Ende in der dunklen Zeit der Apartheid endete.

Südafrika im Jahr 2013

Das Land präsentiert sich als Regenbogennation, in dem alle Einwohner gleichgestellt sind. Die Benachteiligung der Schwarzen und Farbigen durch die weiße Bevölkerung ist endgültig vorbei. Unter der jungen Generation wird diese Gleichheit auch tatsächlich gelebt. Die Regierung versucht durch verschiedene Maßnahmen, das in der Vergangenheit an den Schwarzen begangene Unrecht wieder gutzumachen. In der Wirtschaft gibt es nur ein Zauberwort: BEE. Grob gesagt bevorzugt diese Politik Schwarze und Farbige gegenüber Weißen bei der Vergabe von Arbeitsplätzen. Unternehmen müssen einen bestimmten Anteil an nichtweißen Eigentümern haben, um Regierungsaufträge erhalten zu dürfen. In der Praxis bedeutet dies, dass im vergangenen Jahrzehnt und für die nächsten 10 Jahre weiße Südafrikaner kaum Chancen auf eine Anstellung in öffentlichen Positionen und in größeren Firmen haben. Südafrikaner in den Zwanzigern bezeichnen sich selbst als „lost generation“. Im Gegensatz zu Nachbarländern wie Zimbabwe wird zwar in Südafrika das Eigentum der wei0en Bevölkerung geschützt, doch der Druck auf sie steigt ständig. Kombiniert mit der grassierenden Kriminalität im Land suchen immer mehr Südafrikaner ihr Heil im Ausland.

Südafrika Reiseangebot

Der große Treck in den Kongo

2011 ergab sich für einige Südafrikaner die einmalige Chance, den Zwängen und Nöten der Heimat zu entkommen. Die Republik Kongo bot Pionieren 80.000 Hektar fruchtbares Land zur Bewirtschaftung an. Die Entfernung von ihren Farmen in Südafrika beträgt etwa 5.000 Kilometer über zum Teil schlechte Straßen. Dabei müssen neben Namibia die ehemaligen Bürgerkriegsregionen Angola und Kongo durchfahren werden. Die Herausforderungen sind natürlich nicht halb so gefährlich wie vor über 150 Jahren, trotzdem gehört viel Mut dazu. 15 südafrikanische Farmer bildeten die Vorhut dieses neuen „Großen Trecks“ ins Landesinnere von Afrika. Das Land Kongo muß fast all seine Lebensmittel importieren. Der Großteil der einheimischen Farmer versorgt nur seine eigene Familie mit Lebensmitteln und produziert nur minimale Überschüsse. Die Regierung beschloß daher, einen Teil des Agrarlandes an die Farmer zu verpachten.

Farm, Anbau

Landwirtschaft in Kongo

Herausforderungen der Pioniere

Die Landwirtschaftsflächen befinden sich irgendwo im riesigen Kongo. Eine Infrastruktur ist praktisch nicht vorhanden. Straßen, Elektrizität, Wasserversorgung wurden im jahrzehntelangen Bürgerkrieg zerstört. Die Farmer haben all ihre Maschinen, den Dünger und das Saatgut aus ihrer Heimat mitgebracht. Vor Ort werden sie dann mit Problemen konfrontiert, die niemand erwartet hatte: Schilfgras, dass aktuell überall wächst und viel schwerer zu beseitigen ist als geplant, der Anschluß ans Stromnetz wird viel teurer und langwieriger, extreme Wetterbedingungen haben die Ernte massiv geschädigt etc. Ihre Maschinen sind den extremen Bedingungen kaum gewachsen und gehen ständig kaputt. Ersatzteile müssen dann teuer eingeflogen werden, da vor Ort nichts zu bekommen ist. Fast alle Farmer der Vorhut haben in der Zwischenzeit aufgegeben und sind zurück nach Südafrika. Die Mehrkosten und Hindernisse konnten sie nicht mehr bewältigen – viele sind Pleite gegangen.

Auswanderung in den Kongo – aktueller Stand

Die nächste Welle von südafrikanischen Auswanderern konnte aus den Fehlern der Vorhut lernen. Die Pioniere haben die richtigen Maschinen dabei, das passende Saatgut und den entsprechenden Dünger. Im vergangenen Jahr hatten sie bereits eine erste gute Ernte eingefahren. Aufgrund der positiven Meldungen aus dem fernen Kongo werden bald weitere Gruppen von Südafrikanern aufbrechen. In Südafrika fühlen sie sich nicht mehr wohl und erwünscht, aber im fernen Kongo werden sie gern gesehen. Falls Kongo in der Zukunft stabile politische Rahmenbedingungen garantieren kann, wird noch eine Vielzahl von Südafrikanern ihr Glück dort suchen. Es wird zwar kein neuer „Großer Treck“ werden, aber die beteiligten Farmer verspüren etwas vom Geist der alten Tage.

Homepage der Farmer

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