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Am Atlantischen Ozean gelegen, aber zwischen dem Commercial Business District und den noblen Badeorten von Clifton und Camps Bay – dies ist Green Point und Sea Point. Beide Stadtteile gehören nicht zu den schönsten Orten von Kapstadt, aber es läßt sich hier echt gut leben. Seit 2006 kenne ich diese Gegend und ich beobachte mit jedem Jahr eine Verbesserung. Nachdem die Victoria & Alfred Waterfront Mitte der Neunziger Jahre eröffnet wurde, ging es mit diesen bis zum damaligen Zeitpunkt besseren Stadtteilen rapide bergab. Nachdem Dutzende Geschäfte leer standen und die Straßenprostitution überhand nahm, steuerten die Anwohner mit verschiedenen Initiativen dagegen.
Heute gehören beide Stadtteile zu den sichersten Gebieten von Kapstadt, wo man auch problemlos in der Nacht unterwegs sein kann . [...]
Soviele Reisebeschreibungen nur von einem Autor, wird sich vielleicht der ein oder andere Leser schon mal gedacht haben. Wie ist das möglich? Wie viele Monate sind vonnöten, um all dies von Afrika zu sehen ?
Ende 2005 stand ich vor der Entscheidung, wie ich nach Abschluß meines Aufbaustudiums weitermache. Direkt wieder arbeitsmäßig voll durchstarten oder sich nach den 2,5 Jahren Doppelbelastung von Arbeit und Studium etwas Urlaub gönnen. Da mein Englisch sehr bescheiden war, entschied ich mich für einen Sprachkurs. Und aus monetären Gründen und den Temperaturen entschied ich mich für Kapstadt. Geplant hatte ich einen 6 Monatsbesuch an einer Sprachschule in Kapstadt. Aber erstens kommt es meistens anders und zweitens als man denkt. Der Sprachkurs wurde schnell langweilig und ich beschloß, das Land etwas zu bereisen. Ich hatte Glück, daß der Direktor der Sprachschule mir die Erlaubnis dafür gab. Somit stürzte ich mich in das Abenteuer “Afrikaerkundung” . [...]
Die europäische Geschichte von Südafrika beginnt im Jahre 1652 mit der Gründung der Stadt Kapstadt durch den Holländer Jan van Riebeck. Im Jahre 1806 wird die holländische Kolonie dann britisch.
In den folgenden Jahren beginnt der Zug der holländischen Bevölkerung ins Landesinnere.
Die komplette Geschichte des Landes wird hier in Kurzform [...]
Wie in jeder Kultur gibt es auch in Südafrika Kurioses, Besonderheiten oder Eigenheiten, welche man kennen bzw. beachten sollte.
In Südafrika gibt es vier „Jetzt“ – Stufen in der Sprache, welche eine Aussage treffen, wann etwas erfolgt. „Now“, also „Jetzt“ bedeutet nicht sofort. In der Praxis kann es noch mehrere Stunden dauern. „Just Now“ verkürzt diesen Zeitraum, „Now Now“ noch mehr. Aber nur der Begriff „Right now“ garantiert umgehende sofortige Ausführung. Privat ist es normal, dass Personen erst einige Stunden nach dem Beginn einer Feier kommen. Aber solange sie nicht die einzigen Besucher sind, ist es ja ok. Man kann natürlich auch einen zeitigeren Termin sagen, wohl wissend, dass es sowieso später wird. Dumm ist es nur, wenn die Eingeladenen den Deutschen dann zeigen wollen, dass sie ausnahmsweise auch mal pünktlich sind. Die Begründung für die Verspätung ist meistens die Gleiche – es ist doch eine Party, da kommt man nie zu spät.
Südafrikaner sind Autonarren, welche als Statussymbol unbedingt ein Auto haben wollen. Nach Antritt des ersten richtigen Jobs wird sofort versucht, einen adäquaten PKW zu erwerben. Da Autos jedoch relativ teuer sind, ist es dann meist nur eine alte Karre. Und alt bedeutet, dass es irgendwie noch fahrtüchtig ist. Was man an Schrottautos allein auf Kapstädter Straßen sieht, ist kaum zu glauben. Reparaturen sind sehr teuer, insbesondere wenn es sich um Importautos handelt. Viele überschätzen die Kosten für den Unterhalt eines Autos. Die PKW werden nur minimal betankt, um die Liquidität nicht überzustrapazieren. Üblicherweise tankt man Sprit für die nächsten 50 km.
Einen krassen Gegensatz gibt es im Sparverhalten zwischen Deutschen und Südafrikanern. Sobald sie Geld haben, müssen sie es wieder ausgeben. Und selbst wenn sie keins haben, wird es ausgegeben. In einer durchschnittlichen Geldbörse tummeln sich 10 -20 Kreditkarten bzw. Firmenkarten. Damit können sie auf Kredit kaufen. Die Leute sind Experten darin, wie man das Maximum aus allen Karten rausholt. Das mit den hohen Zinsen ist denen egal. Erst Geld zu sparen und dann etwas zu kaufen, wird als altmodisch angesehen. Ist Geld verfügbar, dann sind alle Einheimischen sehr großzügig zu sich selbst oder zu anderen. Was mir auch aufgefallen ist: Am Monatsanfang ist ein Kühlschrank rappelvoll, gegen Ende ist es dann ein Trauerspiel [...]
In Südafrika findet man kaum jemanden ohne eine religiöse Überzeugung. Vor allem der christliche Glaube ist in Südafrika sehr weit verbreitet. Es passiert häufig, daß mit Unverständnis reagiert wird, wenn man zugibt, keinerlei Relegion anzugehören. Wenn man engeren Kontakt als Besucher zu Südafrikanern pflegt, wird man über kurz oder lang eingeladen, einen Gottesdienst mit der Familie zu besuchen. Da ein Gottesdienst insbesondere bei den christlichen Freikirchen in erheblichen Masse von unserer Vorstellung abweicht, ist es eine besondere Erfahrung, die man nicht verpassen sollte.
Das Christentum entstand in Palästina durch die Anhänger von Jesus. Diese Glaubensrichtung ist eine der großen Weltreligionen, welche besonders in Europa und Amerika weit verbreitet ist. Das Christentum spielt in deren Geschichte eine große Rolle und hat einen starken Einfluss auf die Kultur. Doch nicht nur auf diesen Kontinenten, sondern in nahe allen Ländern der Welt kann man Anhänger des Christentums [...]
Tik ist die Modedroge Südafrikas und zerstört wie Aids die Lebensgrundlagen von Millionen Einheimischen. Seit dem Jahr 2000 ist diese Droge insbesondere in den Townships der Coloureds von Kapstadt auf dem Vormarsch und das vor allem unter den Jugendlichen. Aktuell wird die Zahl der Süchtigen auf 300.000 geschätzt. Der große Vorteil dieser Droge ist, dass sie billig herzustellen ist. Es handelt sich hierbei um Methamphetamin. Die Inhaltsstoffe sind in jeder Apotheke oder Drogerie erhältlich und werden dann in geheimem Labors zusammengemischt. In Europa ist diese Droge unter dem Namen Chrystal Meth bekannt.
Und diese billige Droge kostet trotzdem Geld. Die Süchtigen verkaufen zuerst alle ihre Habseligkeiten, betteln in der Stadt und stehlen die Besitztümer ihrer Familie, um sie auch zu versetzen. Die Süchtigen begeben sich auf Beutezüge in die wohlhabenden Wohngebiete Kapstadts und stehlen bzw. rauben dort alles, was sie wieder veräußern können. Es gibt täglich Berichte in den Zeitungen, dass Personen wegen Kleinigkeiten wie einem Handy oder einigen Rand Bargeld erstochen oder erschossen wurden. Der schlechte Ruf Südafrikas in Bezug auf Kriminalität kommt zu einem Teil von daher [...]
Das Nelson Mandela Gateway ist der einzige Startpunkt für einen Rundgang auf Robben Island. Das neu errichtete Gebäude an der Waterfront direkt neben dem Clock Tower ist immer voll. Dort gibt es erste Informationen über Robben Island, man kann sich Fotos ansehen und auch noch Tickets kaufen. Insbesondere während der Hauptsaison sind die Touren öfters ausgebucht. Mit etwas Glück erhält man dann dort ein Ticket, welches zurückgegeben wurde.
Was einen bei dem Rundgang dann durch den Kopf geht: Ein Mann ist ein Großteil seines Lebens in Haft. Er verliert nicht seinen Lebensmut und nach dem Ende der Apartheid ist er bereit, als Präsident seinem Land zu dienen. Und eins der größten Erfolge von Nelson Mandela ist dann die Aussöhnung zwischen Schwarz und Weiß. Viele befürchteten Anfang der 1990er Jahren, dass sich die ehemals Unterdrückten jetzt an den Weißen rächen werden und es zu Bürgerkrieg kommen wird. Und das Land stand kurz davor. Nur Nelson Mandela, der sein ganzes Leben dem politischen Kampf gewidmet hat, verhinderte es durch seine Ausstrahlung [...]
Südafrika ist berühmt für seine leckere Küche. Die Einflüsse aus Europa,Asien und Afrika sind nicht zu übersehen. Es gibt jedoch ein Essen, welches eigentlich urbritisch ist, dann aber südafrikanisch abgewandelt wurde. Ich habe es bis jetzt noch nie probiert, obwohl es eine Spezialität von Kapstadt ist. Es liegt auch daran, daß es keine Speise ist, welche Touristen angeboten wird. Die Kombination der einzelnen Bestandteile ist doch etwas gewöhnungsbedürtig. Auch habe ich es noch nie in den Vororten an der Atlantikküste, wie Green Point oder Sea Point gesehen.
Hierbei handelt es sich um einen Gatsby. Eigentlich ist es ein profanes Baguette, welches mit allerlei leckeren Sachen belegt wird. Der Unterschied ist jedoch die Größe. Ein richtiges Gatsby ist ausreichend, um als Mahlzeit für eine ganze Familie zu dienen. Bei einer Zubereitung am heimischen Herd belegt man den Gatsby mit allem, was noch im Kühlschrank aufzufinden ist [...]
Bekannte Fotos, die die meisten Personen kennen – das nackte vietnamesische Mädchen, das vor den Napalmbomben flieht oder die fünf jungen Libanesen, die im Cabrio durch das zerbombte Beirut fahren. Im Jahre 2011 war es das Foto der Afghanin Bibi Aisha, der ihr Mann wegen angeblicher Ehrbeleidigung die Nase abgeschnitten hat.
Fotografiert wurde sie von der Südafrikanerin Jodi Foster, welche durch dieses Foto jetzt weltberühmt ist. Bisher hatte die Künstlerin schon 7 World Press Fotos Awards gewonnen.
Auf ihrer Homepage sind viele ihrer Fotos platziert, u.a. das oben genannte Bild der Afganin oder eine Fotoserie von Soweto, einen Township – Stadtteil am Rande ihrer Heimatstadt Johannesburg.
Homepage
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Bei jedem Rundgang auf Robben Island trifft man einen ehemaligen Insassen der Gefängnisinsel, welcher von dem damaligen Verhältnissen erzählt. Es ist ein erschütternder Tatsachenbericht über die Skrupellosigkeit eines Regimes, welche sich hier ihrer politischen Gegner entledigte.
Die meisten Häftlinge arbeiteten jeden Tag 4 Stunden in den Steinbrüchen auf Robben Island. Das gleißenden Sonnenlicht, welches durch den weißen Kalkstein extrem blendete, schädigte die Augen der meisten Häftlinge. Einen Augenschutz gab es nicht.
Wie sah ein Tagesablauf aus? Aufstehen um 5.30 Uhr, dann ein Maisbrei als Frühstück. Von 7 Uhr bis 11 Uhr Schuften im Steinbruch, danach Mittag. Von 12 Uhr bis 14 Uhr gemeinsame Freizeit im Pausenhof. Dort konnten sie sich unterhalten und sportlich betätigen, sei es Volleyball oder Tischtennis. In späteren Jahren spielten sie Fußball und schufen sogar eine Liga. Nach diesen 2 Stunden gab es Abendessen und den Rest des Tages hatten die Häftlinge in ihren Einzelzellen zu verbringen. Die Zeit nutzten dann die meisten, um zu lesen und zu studieren. Viele der Inhaftierten belegten Kurse an Fernuniversitäten und erlangten im Laufe der Jahre zu mehreren akademischen Graden [...]
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