Ein kilometerlanger Sandstrand vor dem Panorama der knapp 1000 m hohen 12 Apostel und dann noch auf der linken Seite der Lions Head. Unterhalb des Tafelberges schmiegen sich die Villen und Wohnhäuser. Verständlich, warum Camps Bay eines der gefragtesten Wohnviertel des Landes ist. Und eines der teuersten von Afrika.
Fährt man dann nach Camps Bay hinein, wähnt man sich an Côte d’Azur oder in Miami Beach. Eine palmengesäumte kilometerlange Beach Road ( Victoria Road ) empfängt den Touristen, auf der rechten Seite der breite Sandstrand, auf der linken Seite Cafes, Bars , Restaurants und Clubs. Und überall Massen an Leuten ( Einheimische und Touristen ), welche in lässiger Freizeitkleidung den Strandboulevard entlang flanieren.

Sehen und gesehen werden ist angesagt. Die Dichte an Autos wie Porsche, Audi und BMW ist bedeutend höher als in den meisten deutschen Nobelorten. Im Cabrio bei lauter Musik die kilometerlange Palmenallee entlang zu fahren ist eine der Lieblingsbeschäftigungen der Reichen am Wochenende. Sobald es Frühling in Kapstadt wird, sind die Plätze auf den Gehwegen vor den Restaurants und Cafes voll belegt. Auf den Gehwegen werden die typischen Souvenirs verkauft, hier natürlich zu richtig gesalzenen Preisen.
Am Wochenende und während der südafrikanischen Ferien ist der Ort immer total überfüllt. Dann sollte man es zumindest vermeiden, mit dem eigenen Auto zu kommen, da Parkplätze totale Mangelware sind. Vom Stadtzentrum oder von Sea Point kann man bequem entweder mit dem Linienbus oder dem Minibussen Camps Bay erreichen. Die Fahrt dauert weniger als eine Viertelstunde und kostet je Fahrt weniger als 1 Euro.
Der touristische Trubel beschränkt sich aber fast komplett auf die Uferpromenade und die angrenzenden Seitenstraßen. Biegt man links Richtung der 12 Apostel ab, erreicht man schnell reine Wohngebiete. Charakteristisch hier sind die vielen Kurven, welche bei dem Versuch durchfahren werden müssen, den Fuß der 12 Apostel zu. Der Abstand vom Strand zu den höchstgelegenen Häusern ist ca. 3 km Luftlinie, durch die vielen Schleifen ist der tatsächliche Fahrweg jedoch mindestens doppelt solang.
An der Victoria Road gibt es 2 richtig teure Hotels. Aber wie heist es schön in der Immobiliensprache: Wichtig ist die Lage, die Lage und die Lage. Am Ende der Uferpromenade, nur ca. 100 m in einer Seitenstraße gelegen, ist das berühmte “Theatre on the Bay“. Dort finden immer empfehlenswerte Shows statt.
Von Camps Bay gibt es auch Wanderwege, welche direkt auf den Tafelberg führen. Die Wanderung ist grandios wegen der herrlichen Aussichten, doch man benötigt von der Beach Road ca. 4 Stunden für den Aufstieg.
Wer den 1. Januar in Kapstadt ist, kann etwa erleben, was er so schnell nicht vergessen wird. Aus für Europäer unerfindlichen Gründen meiden die Locals, insbesondere die Coloureds, die Strände. Außer am 1. Januar. Dann will jeder den Nachmittag in Camps Bay verbringen. Pro Quadratmeter Strand liegen dann gefühlte 5 Leute und veranstalten ein Picknick. So viele Leute an einem Platz sieht man sonst nur in Metropolen in Asien. Außerdem wird einem dann mal bewusst, dass man in Afrika ist, wo Weiße in der Minderheit sind. Dies vergisst man manchmal, wenn man sic nur in Orten wie Sea Point, Green Point oder Camps Bay aufhält.




Deutsch
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