Englisch lernen in Südafrika: Finde die richtige Sprachschule

Englisch ist heute eine Grundvoraussetzung, um Karriere zu machen. Wer in der Schule nicht schon ein entsprechendes Englischniveau erreicht hat, dem bleibt neben einem Studienaufenthalt, einem Auslandspraktikum oder einem Freiwilligen Sozialen Jahr im Ausland noch die Möglichkeit, einen Sprachkurs zu belegen. Im europäischen Sommer bietet sich natürlich England als Reiseziel an. In der kühleren Jahreszeit ist das Wetter dann auch ein Argument, um solch einen Sprachkurs in wärmeren Gefilden zu absolvieren. Und warum nicht in Südafrika Englisch Lernen? Die beste Reisezeit für Südafrika ist Dezember bis März.

Englisch Lernen Südafrika

In diesem sehr langen Artikel sind meine Erkenntnisse aus insgesamt 6 Monaten Sprachschulteilnahme in Kapstadt zusamengefaßt.

Kapstadt als Ort der vielen Sprachschulen

Kapstadt hat einen exzellenten Ruf als Stadt der Bildung. Auf dem afrikanischen Kontinent gibt es kein vergleichbares Angebot an Universitäten, Hochschulen und sonstigen Bildungseinrichtungen als in der Mother City. Viele Studenten aus afrikanischen Ländern studieren hier. Da in den meisten Ländern die Muttersprache nicht Englisch ist, müssen diese Studenten erstmal die englische Sprache soweit lernen, das sie eine Universität besuchen können. Für diesen Zweck gibt es in Kapstadt über 20 Sprachschulen, die bis zu 200 Sprachschüler gleichzeitig unterrichten.

Die Qualität von Englisch in Südafrika

Ungefähr 10 Prozent der südafrikanischen Bevölkerung hat als Muttersprache Englisch. Südafrika war bis vor 100 Jahren eine englische Kolonie und auch im letzten Jahrhundert gab es einen regen Austausch zwischen England und Südafrika. Insbesondere um Kapstadt und Durban leben viele englische Muttersprachler. Die meisten Zeitungen, Bücher und Fernsehprogramme sind auf Englisch. Es gibt zwar Einfärbungen mit Afrikaans, aber prinzipiell muss kein Besucher einer Sprachschule befürchten, danach ein Pidgin-Englisch zu sprechen.

Was kennzeichnet eine gute Sprachschule?

  • Schüleranzahl pro Klasse bei max. 8 (Je professioneller und etablierter die Sprachschule ist, desto größer wird jedoch die Klasse)
  • Studentenanzahl mit Kenntnis der eigenen Muttersprache sollte bei max. 15 % sein (Hat die Schule einen zu starken Vertriebspartner in Deutschland? Vielleicht doch erst vor Ort buchen?)
  • Die Sprachschule soll einen gemütlichen Aufenthaltsbereich haben, wo sich die Studenten auch außerhalb der regulären Schulzeit treffen  und socializen können (Nichts ist blöder, wenn man am Nachmittag ganz alleine in einer fremden Stadt ist und dummerweise die Sprache noch nicht gut spricht)
  • Die Sprachschule sollte ein qualitativ gutes Freizeitprogramm anbieten, was zum einen nicht zu teuer ist, aber auch vielseitige Interessen abdeckt
  • Die Sprachschule sollte kompetente Lehrer haben, welche genug Ahnung von Pädagogik haben und nicht nur stur ein Lehrbuch durcharbeiten
  • Die Unterbringung sollte in einer Studentenresidenz sein, in der Leute aus verschiedenen Ländern wohnen (Sonst hängt man wieder nur mit den eigenen Landsleuten rum)
  • Falls eine Unterbringung bei einer Gastfamilie gewünscht ist, sollte es auch eine Familie sein, welche sich Zeit für einen nimmt und nicht nur extra Geld durch Vermietung des ehemaligen Kinderzimmers verdienen will.

Wo gibt es empfehlenswerte Sprachschulen in Südafrika?

In Südafrika gibt es prinzipiell in jeder größeren Stadt Sprachkurse der englischen Sprache. Von deutschen Anbietern werden nur die Orte Kapstadt, Durban und Jeffreys Bay angeboten. Durban ist aus Sicherheitsaspekten nur bedingt empfehlenswert. Wer gerne surft, sollte einen Englischkurs in Jeffreys Bay absolvieren. Die Sprachschule ist zwar klein, aber dafür nur 200 m vom Strand entfernt. In Kapstadt konzentrieren sich die Sprachschule auf die Stadtteile Green Point, Sea Point und Stadtzentrum. Alle diese Orte sind für Touristen geeignet. Unterkünfte finden sich jedoch kaum im Stadtzentrum. Sprachschüler, die eine der dortigen Schulen besuchen, wohnen in der Regel in Green Point oder Sea Point.

Kosten eines Sprachkurses

Die Kosten variieren beträchtlich. Ein 20 Stunden Gruppenkurs und Unterkunft in einer Studentenresidenz kostet im Einzelzimmer bei Selbstversorgung etwa 1.800 Euro + / – 20 Prozent. Wer bereits vor Ort ist und persönlich die Sprachschulen besucht, erhält in der Regel einen besseren Preis. Ein wichtiger Faktor hier ist jedoch auch der aktuelle Umtauschkurs. Detaillierte Informationen über die Kosten einer Sprachreise nach Kapstadt findet ihr hier.

Nachfolgend finde Ihr einen Mix aus Berichten und weitergehenden Darlegungen zum Thema Englisch lernen.

Thema: Meine erste Woche an der Sprachschule

Am Montag um 8.30 Uhr betrat ich das erste Mal die Sprachschule, welche für die nächsten Monate mein zentraler Anlaufpunkt werden sollte. Ich hatte die Sprachreise beim deutschen Veranstalter LISA – Reisen gebucht, ohne das Unternehmen weiter zu kennen. Der Preis und die Lage in Sea Point direkt am Atlantik erschienen mir am verlockendsten von allen erhaltenen Angeboten. Die Sprachschule hieß South African School of English (SASE) und residierte in einem zweistöckigen Geschäftshaus an der Main Road in Sea Point.

Die Beurteilung meiner Englischsprachkenntnisse

Nach der Begrüßung durch einen der Lehrer wurden alle Neuankömmlinge in ein Klassenzimmer gebracht, um einen kleinen Test zu absolvieren. An diesem Tag begannen mit mir sieben andere Sprachschüler den Unterricht. Es stellte sich jedoch heraus, daß alleine 4 von ihnen aus Deutschland kamen, die anderen waren aus Südkorea und Brasilien. Aufgrund der Entfernung Kapstadts von Deutschland hatte ich mir eine geringe Quote deutscher Muttersprachler erhofft, aber leider hatten diverse andere Leute die gleiche Idee, nach Südafrika zu gehen.

Der Test bestand aus einer Prüfung verschiedener Vokabeln und einem Lückentest, wo man die Grammatik ergänzen sollte. Anschließend sollte man noch einen Text zu einem selbst gewählten Thema schreiben. Mein Gefühl sagte mir, daß ich hier ein bescheidenes Ergebnis erzielen würde. Anschließend war erstmal Warten angesagt. Die Sprachschule hatte eine Art Aufenthaltsraum, wo man bequem sitzen konnte und einen Kaffee trinken konnte. Es gab auch 2 Computer mit Internetanschluß für den Kontakt nach Hause. Irgendwann wurde ich dann zu einem Gespräch beim Direktor aufgerufen. Stevin, der Chef und Eigentümer von SASE, war schon eine beeindruckende Person. Ich schätzte ihn auf einen etwa 50 Jahren farbigen Südafrikaner.

Beim Small Talk wollte er erstmal die Sprachkenntnisse jedes Schülers erforschen, bevor er dann die schriftlichen Testergebnisse kurz erläuterte. Nach etwa 15 Minuten teilte er mir mit, daß ich den Sprachlevel „Pre-Intermediate“ habe. Ich weis jetzt nicht, ob diese Einstufung weltweit gleich ist. Jedenfalls gab es hier die Einstufungen: Beginner / Pre-Intermediate / Intermediate / Upper Intermediate and Advanced. Meine Englischkenntnisse beliefen sich damit auf ein besseres Anfängerniveau. Irgendwie enttäuschend, aber ich hatte ja genug Zeit für meine Fremdsprachenfortschritte.

Die ersten Unterrichtsstunden an der Sprachschule

Nach dem Gespräch mit Stevin begann mein Leben als Sprachstudent. Ich fand mich in einer Klasse mit 7 anderen Schülern wieder. Drei deutsche Mitschüler, eine Ungarin und 2 Südkoreaner bildeten meine Klasse. Die Sprachlehrerin war eine nette Südafrikanerin, die ein für mich gut verständliches Englisch sprach. Zuerst durften sich alle Sprachstudenten vorstellen – also woher man kam, was man macht und warum man gerade hier in Kapstadt sein Englisch verbessern wollte.

Nach dieser Einleitung begann der Schulalltag. Der erste Teil der Stunde beschäftigte man sich mit einem Grammatikthema, anschließend wurde das Hörverständnis trainiert. Bei den meisten Teilnehmern waren die passiven Englischkenntnisse akzeptabel. Da die Lehrer ein deutliches und klares Englisch sprachen und nicht wie die Muttersprachler nuschelten und Umgangssprache benutzten und die ersten Hörproben auch von dieser Qualität waren, erschienen diese Aufgaben als machbar.

Wie sich jedoch bei den meisten Sprachschülern herausstellte, war die Hemmung zum Sprechen sehr groß. In Deutschland bekam man an der Schule eingeimpft, nur grammatikalisch korrekte Sätze zu sprechen. Die Freude und Bereitschaft zum Sprechen der englischen Sprache blieb auf der Strecke. Hier setzten die meisten Sprachkurse an. Sobald ein Schüler ohne Hemmungen die Fremdsprache spricht, ist der erste große Schritt zum Erlernen erfolgt. Mir ging es genauso, die Angst vor Fehlern lähmte mich regelrecht. Am Nachmittag besuchte ich noch den „Conversation“ – Kurs, wo man nur redete. In diesem Schema sollten jetzt die nächsten Wochen verlaufen, 2 Doppelstunden Grammatik, Vokabeln und Hören + Sprechen und nachmittags nur Gespräche.

Thema: Das Grundproblem mit der Kommunikation

Was ich als Sprachschüler in Kapstadt relativ schnell merkte: Es ist gar nicht einfach, mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen. Natürlich liegt das zu Beginn des Aufenthaltes an den mangelnden Englisch – Sprachkenntnissen. Selbst der gelassenste Mensch wird nach wenigen Minuten keine Lust an einem Gespräch mehr haben, wenn sein Gegenüber nur etwas zusammenstammelt. In der Regel verbleiben Sprachschülern nur Kontakte über die Schule und die Unterkunft bzw. Gastfamilie.

Da meine Gastfamilie nur aus der älteren Lady bestand und nur für gelegentliche Kurzgespräche geeignet war, mußte ich mich auf die Schulkontakte verlassen. Auch hier stieß man am Anfang auf das gleiche Problem: Mit gleichsprachigen Sprachschülern will man sich eigentlich nicht treffen, weil man dann sowie nur Deutsch spricht und mit Schülern aus anderen Ländern ist die Kommunikation am Anfang schwierig. So ist der Sprachfortschritt als Anfänger am Beginn der Kurse hart erkämpft. Spricht man erstmal die Fremdsprache, ohne sich Gedanken über mögliche Fehler zu machen, ist die Sache schon fast gewonnen.

Freizeitgestaltung während meines Sprachschulaufenthaltes

Meine Sprachschule bot ein umfangreiches Freizeitprogramm an. Dies ist wichtig, um erstmal die Kontakte zu den meisten Mitschülern zu erlangen. An der Schule hat man nur eine größere Pause am Vormittag, ansonsten ist Unterricht. Nach dem Mittag sind die Studenten weg und man hockt allein da, wenn man sich nicht sofort in den ersten Tagen um Anschluß bemüht hat. Jedenfalls gab es an meiner schulischen Einrichtung montags immer eine Willkommensparty für alle Neuankömmlinge.

Stevin hatte im Gebäude einen Clubraum mit Bar eingerichtet, wo man sich am Abend traf. Hier konnte man einen Drink zu sich nehmen, Billard spielen und einfach nur quatschen. In den Anfangswochen war dieser Abend ein wichtiger Termin im Freizeitprogramm. Hier lernte man die meisten Mitschüler kennen und verabredete sich auch für die nächsten Nachmittage. Ein- bis zweimal die Woche bot die Sprachschule einen Nachmittagsausflug an, der jedoch bezahlt werden musste.

Thema: Wie verbessert man am besten seine Englischkenntnisse?

Der Direktor meiner Sprachschule teilte allen Sprachschülern mit, daß man am besten sein Englisch verbessern werde, wenn man mit den Einheimischen sprechen würde. Dies sei viel effektiver als Vokabeln zu büffeln oder Grammatik zu üben. Einfach auf die Kapstädter zugehen, daß war seine Aufforderung.

Doch dies war einfacher gesagt als getan. Die meisten Sprachschüler kamen mit mehr oder weniger guten Englischsprachkenntnissen nach Kapstadt. Das Verstehen der Sprache war nicht das Problem, aber das Sprechen. Wer sich nur rudimentär in einer Landessprache verständigen kann, wird über einige kleine Small Talk Sätze nicht hinauskommen. Ich jedenfalls stand vor dem gleichen Problem: Um sprechen zu können, mußte ich üben.

Dummerweise gab es in der Anfangszeit kaum jemand, mit dem ich Englisch üben konnte. Natürlich konnte ich während des Englischunterrichts lernen. Aber bei im Schnitt 6 Mitschülern ist die eigene Redezeit pro Unterrichtstunde schon begrenzt.

Gemeinsam mit der Gastfamilie Englisch üben

Da ich vor der Ankunft schon mit dieser Schwierigkeit gerechnet hatte, buchte ich einen Aufenthalt bei einer Gastfamilie. Meine Hoffnung war, daß alleine die gemeinsamen Essen am Abend und einige gemeinsame Freizeitaktivitäten Fortschritte bringen würden. Doch anstelle einer ganzen Familie lebte ich bei einer älteren Lady. Eigentlich auch keine schlechte Situation, da normalerweise ältere Personen gerne reden.

Leider verstand ich „Queeny“, so ihr Spitzname, kaum. Sie nuschelte so vor sich hin und ich hatte echt Mühe, sie zu verstehen. Sinnvolle und längere Gespräche waren praktisch nicht möglich. Andere Familienmitglieder gab es auch nicht, so verfiel dieser schöne Plan im Nichts. Hinzu kam, daß mein Mitbewohner auch ein Deutscher war, der schlecht Englisch sprach. Es ist unschwer zu erraten, wie die Kommunikation zwischen uns beiden deutschen Sprachschülern verlief.

Mit Mitschülern aus dem Sprachkurs die Freizeit verbringen

Nachdem meine „Familie“ als Sprachförderer ausfiel, verblieben die anderen Mitschüler der Sprachschule als Kommunikationspartner. Gemeinsame Freizeitgestaltung mit den anderen Schülern erfolgten oft, dummerweise waren darunter viele Deutsche. Und da man ja Spaß haben will und sich nicht quälen möchte, sprach man halt seine Muttersprache. In meinem Kurs lernten auch einige Südkoreaner und Gabonesen. Diese Mitschüler waren eigentlich perfekt für die Freizeitgestaltung: Kommunikation konnte nur in Englisch erfolgen. Dummerweise getrauten sich die Südkoreaner kaum, etwas zu sagen. Ihre Mentalität verhinderte längere Gespräche. Sie getrauten sich nicht, etwas zu sagen. Die Gabonesen hingegen hingen die ganze Zeit nur in ihrer Unterkunft und hörten Musik. Aktivitäten waren nicht ihre Sache.

Was sonst konnte ich tun, um mein Englisch zu verbessern?

Irgendwie fühlte ich mich mit dem Huhn – Ei – Problem konfrontiert. Um mein Englisch zu verbessern, mußte ich mit Einheimischen sprechen. Um jedoch mit Einheimischen sprechen zu können, mußte ich erst mal Englisch lernen. Am Ende war die Lösung folgende: Jeden Tag kaufte ich mir die Tageszeitung und las intensiv die Artikel. Abends verfolgte ich alle Nachrichten im Fernsehen, da die Sprecher ein deutliches und sauberes Englisch sprachen. Und mit der Zeit war es mir möglich, längere Gespräche mit den Bewohnern von Kapstadt zu führen. Hat man erst mal ein bestimmtes Sprachniveau erreicht, geht dann alles wie von allein. Doch bis man dahin kommt, muß man sich echt anstrengen.

Thema: Auf welche Weise ich in Kapstadt nun mein Englisch verbessert habe

Aufmerksame Leser dieses Blogs wissen, dass ich nach Kapstadt gegangen bin, um meine Englischkenntnisse zu verbessern. Wie viele Andere litt ich unter dem Fakt, dass ich zwar die Sprache einigermaßen verstehen konnte, mein Sprechvermögen jedoch minimal war. Einfachste Sätze konnte ich nicht anbringen. Naja, nach einigen Monaten lief es gut und jetzt spreche ich ein Englisch, was man in einem Lebenslauf als verhandlungssichere Sprachkenntnisse bezeichnen würde. Welche Erfahrungen habe ich damals gemacht, wie lernte ich die englische Sprache sprechen?

Die Angst vor dem Reden verlieren

Während des Sprachkurses fordern einen die Sprachlehrer immer auf, zu reden. Man solle sich keine Gedanken um die Grammatik machen, zumindest nicht in der ersten Zeit. Einfach reden, das ist das Ziel. Vielen Schülern kostet diese Vorgabe am Anfang viel Überwindung, da in der Schule immer der Fokus auf dem korrekten Sprechen lag, einschließlich richtiger Grammatik. Die Blockade aufbrechen, dies ist der erste Schritt. Nach etwa 2 Wochen Sprachkurs ist es dann soweit, die meisten Schüler quatschen einfach drauflos. Schnell stößt man jedoch an die nächsten Grenzen – der Wortschatz ist sehr limitiert. Ständig fehlen einem die richtigen Vokabeln.

Schritt 1 – Tägliches Lesen einer Zeitung

Jeden Tag kaufte ich mir eine Kapstädter Tageszeitung, die Cape Times. Das Verstehen der einzelnen Artikel erwies sich aber als schwierig – überall gab es unbekannte Wörter. Meine Mitbewohner sahen mich nun täglich in ähnlicher Pose: Auf einen gemütlichen Sessel sitzend, hantierte ich ständig in meinen großen Wörterbuch. Dieser etwa 500 Seiten starke Klopper war mein wichtigster Begleiter in den ersten Monaten in Kapstadt. Neue Wörter, die mir wichtig erschienen, notierte ich in ein Notizbuch. Es war eine frustrierende Zeit, das Verständnis eines einzelnen Artikels kostete mich eine Ewigkeit.

Schritt 2 – Einen Vokabeltrainer anlegen

Um die einmal gelesenen und übersetzten Vokabeln nicht sofort wieder zu vergessen, baute ich mir meinen eigenen Vokabeltrainer zusammen. Ein etwa 4 mal 2 Zentimeter großes Stückchen Papier produzierte ich Dutzende Mal. Auf der einen Seite stand der englische Begriff, auf der Rückseite die deutsche Bedeutung. Regelmäßig trainierte ich jetzt die Bedeutung der einzelnen Wörter. War ich der Meinung, dass ich mir jetzt die Übersetzung merken konnte, wanderte dieser Zettel in eine separate Box, die ich nur noch sporadisch nutzte.

Schritt 3 – englische Nachrichten anschauen

Die Sprecher der Nachrichtensendungen werden danach ausgesucht, wie gut ihre Aussprache ist. Sie sprechen daher das perfekte Englisch, nach dem sich ein Sprachschüler sehnt, kein Genuschel, kein Verschlucken von Endungen. Ist der Wortschatz entsprechend, beginnt man mit diesem Training. In Kapstadt hab ich mir immer die Nachrichten von e.tv angesehen, einen frei empfangbaren südafrikanischen Sender.

Thema: Übliche Verpflegung bei Übernachtung in einer Gastfamilie während der Sprachreise

Wenn man mehrere Monate in Kapstadt einen Sprachkurs absolvieren will und dann dort bei einer Gastfamilie wohnt, schadet es nichts, wenn man schon mal vorab weis, was auf einem essenstechnisch zu kommt. Ich schreibe hier nicht über all die Spezialitäten, welche man in den Restaurants kaufen. Hier geht es um die Alltagskost, welche die Südafrikaner jeden Tag zu sich nehmen. Dies ist dahingehend interessant, dass man bei Homestay dieses Essen jeden Tag zu sich nehmen darf.

Frühstück bei einer Gastfamilie während einer Sprachreise

Beginnen wir bei dem Frühstück. Standard ist löslicher Kaffee mit 3-4 Löffeln Zucker pro Tasse. Alles darunter ist einem Einheimischen suspekt. Alternativ gibt es noch Tee. Müsli mit Milch ist immer eine Option, wird bei jeder Familie angeboten. Ist man kein Fan dieses Essens, bleibt man die Toastvariante. Es handelt sich hier stets um den labbrigen Einfachtoast, in der Art von Goldentoast. Brötchen oder Schwarzbrot sind in südafrikanischen Haushalten sehr selten gesehen. Empfehlenswert sind sogenannte portugiesische Brötchen, diese sind wenigstens knusprig. Es gibt sie in allen Supermärkten, ist aber auf eigenes Budget. Dazu gibt es Margarine und 2 Sorten Marmelade. Wenn es eine höherwertige Unterkunft ist, kann man noch 2 Sorten Aufschnitt auswählen, wobei die Qualität bescheiden ist. Die Einheimischen sind halt keine Wurstesser.

Mittagsverpflegung ist Privatsache

Mittag ist immer auf eigene Kost. Es gibt eigentlich immer die Standard-Fastfood-Ketten in der Nähe. Seit kurzen gibt es selbst Döner in Sea Point. Alternativen sind immer die leckeren Obstsalate oder Baguettes in den Supermärkten.

Abendessen zu Hause in der Sprachschulgastfamilie

Abendessen ist immer warm. Eine Kultur des Brot-mit-Wurst-Essens gibt es nicht. Hühnchen ist das wichtigste Fleisch: Gereicht wird es in verschiedener Zubereitung mit Reis und Kartoffeln. Zu erwähnen ist, dass Kartoffeln hier keine Beilage ist, sondern ein Gemüse. Spagetti Bolognese ist auch ein Standardessen. Weitere leckere Gerichte sind überbackene Nudeln mit diversen Einlagen wie Brokkoli und etwas Fleisch. Pizza wird auch zubereitet oder an den Diskount – Tagen geordert. Normalerweise gibt es freitags eine Art Braii zu Hause, eine Komposition von einfacheren Grillstücken wie Bratwurst, Hühnchen und Lamm.

Am Wochenende wird meistens ein einfaches Essen gekocht, die Zeit soll nicht am Herd verbracht werden. In diversen Privathaushalten, aber auch in verschiedenen Lodges mit Halbpension gibt es feste Essenszeiten, welche relativ früh sind. Nicht immer besteht die Möglichkeit, sein Essen dann noch später einzunehmen. Als Getränk wird entweder Wasser oder Cola gereicht, alles andere ist Privatvergnügen.

Die Verpflegung bei Gastfamilie ist günstiger als Selbstversorgung

Zusammengefasst kann man sagen, dass Halbpension die günstigste Variante für die Verpflegung während des Sprachschulaufenthaltes ist. Kauft man selber ein, kostet es definitiv mehr. Das Budget für die Gastgeber ist aber sehr knapp, ca. 3 € stehen ihnen für Frühstück und Abendessen als Budget zur Verfügung. Damit können sie immer nur einfache Mahlzeiten zubereiten. Ist man jedoch mehrere Wochen im selben Haushalt, verfallen die Bewohner mehr und mehr in das Verhalten, das Abendessen zu schwänzen und irgendwo anders Essen zu gehen.

In Privathaushalten ist es üblicherweise nicht erlaubt, sich selbst etwas zu kochen. Schmeckt einem das Essen nicht (mehr), bleibt einem nur Fast Food oder ein teures Restaurant.

Thema: Südafrikanisches Englisch für Besucher

Das in Südafrika gesprochene Englisch weist einige Abweichungen zum British English auf. Der Einfluss von Afrikaans, den lokalen Bantusprachen und auch des Deutschen zeigen sich in diversen Begriffen.
Einige der Wörter oder Begriffe, die man kennen sollten, werden hiermit vorgestellt:

Bru “ : Begriff für einen männlichen Erwachsenen, auch genutzt als Umgangssprache für Kumpel oder Freund,    Afrikaans – Ursprung
Howzit “ : eine Begrüssung, hergeleitet aus dem bekannten ” How is it ? “; man nutzt es aber eher als Statement denn als Frage

Beispiel:
A – ” Howzit, Bru ? “
B – ” Iam fine, thank you and yourself ? “
A – shocked silence

Wie bereits erwähnt, dies ist keine Frage. Wenn einer solch eine Frage von einem Südafrikaner gestellt wird, dann auf keinen Fall mit “Iam fine” antworten.

lekker “ : Beschreibung für etwas Schönes, Ansprechendes
Beispiel: ” That was a lekker party. ” ” She is a lekker girl. ”
Robot “ : südafrikanisches Wort fuer traffic lights ( Ampel )
Babbelas “ : Wort für einen Kater nach durchzechter Nacht
Beispiel: ” Bru, i think it might be the 8th. Jagermeister I had, that gave me such a babbelas. ”
Braai “ : Grillfeier
Dorp “ : kleines Dorf auf dem Land
Bakkie ” : Geländewagen mit offener Ladefläche
ag “ (agh) – Nutzung am Satzanfang, um Erstaunen auszudrücken
Beispiel: “Ag no man! What did you do that for?”
just now “ : Irgendwann in der Zukunft, aber nicht sofort, häufiger Grund für Mißverständnisse
now now “ : relativ kurzfristig
Smokes “ : Zigaretten
Koppie “ : kleiner Hügel

Es gibt nicht zu viele spezielle südafrikanische Wörter. Besucher von Sprachschulen sollten keine Angst haben, daß sie nach dem Ende ihrer südafrikanischen Sprachreise ein Englisch sprechen, daß keiner mehr versteht.

Thema: Kostproben, wie sich südafrikanisches Englisch anhört

Jeder macht sich natürlich Gedanken, was für ein Englisch man bei einer Sprachreise nach Südafrika lernt. Einfach gesagt – südafrikanisches Englisch. In Kapstadt beispielsweise trifft man viele englische Muttersprachler, die durch engen Kontakt zu England (Verwandschaft, Umzug nach Südafrika vor maximal einer Generation) perfektes britisches Englisch sprechen.

Und dann gibt es die Südafrikaner, die Englisch als Muttersprache sprechen, deren Familien aber schon mehrere Generationen hier leben und dessen Aussprache und Nutzung einzelner Wörter sich aber anderweitig entwickelte als die der Engländer. Neben diesen beiden Gruppen leben im Vielvölkerstaat Südafrika Buren, Coloureds, Xhosas, Zulus und andere Volksgruppen, die alle verschiedene Muttersprachen haben, aber die Englisch als Fremdsprache gut bis sehr gut beherrschen. Jedenfalls braucht man in Südafrika keine Gedanken darüber machen, ob man nicht verstanden wird. Bis auf wirklich entlegene Regionen ist es die Verkehrsprache, sobald Personen mit verschiedenen Muttersprachen kommunizieren müssen.

a) Kapmalaien bzw. Coloureds genannt, die typisches Cape Englisch sprechen. Am Ende dieses Videos gibt es einige Kostproben in Afrikaans, deren Muttersprache

a) Kapmalaien bzw. Coloureds genannt, die typisches Cape Englisch sprechen. Am Ende dieses Videos gibt es einige Kostproben in Afrikaans, deren Muttersprache

b) Ein Bure, also Afrikaans – sprechender Weißer

c) Ein englischsprechender Südafrikaner

d) Ein Zulu

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