Alles Wissenswerte zu Overlandtouren in Afrika

Auf Overlandtour

Auf Overlandtour

Viele Leser werden wahrscheinlich mit dem Begriff Overlandtour nicht ganz so viel anfangen können. Klar, dass man dabei durch das Land schippert und wahrscheinlich auch etwas abgelegene Ziele ansteuert. Aber was genau verbirgt sich hinter dieser Art des Reisens, warum ist es gerade im südlichen Afrika so genial, auf diese Art und Weise zu verreisen?

Vorerst möchte ich sagen, dass ich praktisch alle angebotenen Touren im südlichen Afrika selbst gemacht habe. Sowohl Namibia, ganz Südafrika, Mosambik als auch Sambia, Malawi und Tansania standen auf meinem Reiseplan.

Kein Bus, sondern LKWs sind das Transportmittel

Gereist wird in speziellen Fahrzeugen, üblicherweise umgebaute Trucks mit einem Aufsatz, wo die Reisenden sitzen. Herkömmliche Busse sind nicht im Einsatz, was bereits ein gravierender Unterschied ist. In den ersten Jahren waren die Sitzplätze noch sehr hart und unbequem, jetzt sind jedoch genügend Fahrzeuge im Einsatz, die zumindest etwas Komfort versprühen.

Die Kapazität der Fahrzeuge umfasst etwa 25 Plätze, bei den meisten Reisen pendelte die Anzahl der Mitreisenden jedoch zwischen 15 und 20 Personen.

Im Overlandtruck

Im Overlandtruck

Reisende aller Länder treffen sich hier

Die Nationalität ist kunterbunt. Je nach Reiseziel und Jahreszeit sind Australier, Neuseeländer, Amis, Deutsche, Skandinavier, Holländern und manchmal auch Südafrikaner an Bord. Das Durchschnittsalter liegt bei knapp 25. Gesprochen wird Englisch.

Viele Reisende sind entweder Backpacker auf Südafrikatour oder internationale Studenten, die während oder am Ende ihres Auslandsaufenthaltes solch eine Tour machen. Doch es soll nicht heißen, dass man in diesem Alter sein muß, um solche eine Overlandtour zu machen.

Vor der Kulisse der Drakensberge werden die Zelte gereinigt

Vor der Kulisse der Drakensberge werden die Zelte gereinigt

Camping in Afrika

Übernachtet wird in Zelten, die mitgeführt und vom Reiseveranstalter zur Verfügung gestellt werden. Jeweils 2 Personen teilen sich solch ein Zelt. Schlafsack und Isomatte bringt man üblicherweise selbst mit. Informiert man rechtzeitig den Touranbieter, dann organisieren sie es jedoch für einen.

Die Reiseleiter für die Overlandtouren

Jede Tour wird von 2 Guides begleitet, dem Fahrer und dem eigentlichen Tourguide. Einer von beiden ist gleichzeitig noch der Tourkoch, da es meistens selbst zubereitetes Essen gibt. In den meisten Fällen waren sie Naturburschen, die hier ihre Erfüllung gefunden hatten.

Der Weg ist das Ziel

Die Stunden, die man im Fahrzeug verbringt, sind beträchtlich. An manchen Tagen sitzt man bis zu 10 Stunden im Truck, die Landschaft anschauend, mit den Mitreisenden quatschen oder einfach vor sich hin dösen. Dafür steuert man aber auch Ziele an, die etwas abseits der normalen Route sind. Natürlich werden die üblichen Sehenswürdigkeiten nicht ausgelassen, dafür kombiniert man diese Ziele mit etwas unorthodoxeren Plätzen. Meistens wird auf Campingplätzen oder auf dem Gelände von Backpackern übernachtet. Die sanitären Einrichtungen sind somit vorhanden.

Rast in Lesotho

Rast in Lesotho

Abenteuerlich wird es vorrangig außerhalb von Südafrika, wo man auch mal im Nirgendwo übernachtet. Hier ruft dann die Buschtoilette. Wer hohe Ansprüche an Sauberkeit stellt, ist definitiv falsch auf diesen Touren.

Ankunft am Übernachtungsplatz

Der Ablauf ist immer identisch. Zuerst werden die Zelte und die persönlichen Sachen der Reisenden von Helfern entladen. Wem dies bisher noch nicht klar war – dies sind Mitmachreisen. Jeder Teilnehmer bekommt seine Aufgaben zugewiesen, die er während der Tour absolvieren muß.

Südafrika Reiseangebot
Zeltaufbau

Zeltaufbau

 Soziale Ächtung für Mitmach – Verweigerer

Verweigerer werden zumindest schief angesehen, da Mithilfe ein Teil des Reisespaßes ist. Dann werden die gesamten Kochutensilien, Proviant und Sitzgelegenheiten ausgepackt. Jetzt beginnt der Zeltaufbau, der jedoch nach kurzer Zeit abgeschlossen ist.

3 Essen am Tag, aber selbst zubereitet

Alle Fressalien werden vom Koch am Anfang der Reise gekauft. Abends beginnt dann immer das große Kochen. Jeweils 2 Helfer und der Koch schnippeln, putzen und bereiten das Essen vor. Das Ergebnis ist immer einfach, aber lecker. Auf dem Lagerfeuer wird es meistens dann gekocht.

Gegessen wird dann am Lagerfeuer im Freien. Einfach herrlich und so authentisch afrikanisch. Meistens wird gleich für den nächsten Tag das Mittagessen zubereitet, was dann aber kalt gegessen wird. Zum Frühstück gibt es Kaffee, Toast, Marmelade und Eier. Köstlich. Den Abend sitzt man dann gemütlich am Lagerfeuer, quatscht, trinkt sein Bier und schaut in den Himmel. Ist man einer Stadt, geht man auch mal am Abend aus.

Rasten am Abend

Rasten am Abend

Die befahrenen Strecken

Die größten Abenteuer erlebt man außerhalb von Südafrika. Südafrika selbst ist von der Infrastruktur mit Deutschland vergleichbar. Aber alleine eine Rast in Lesotho oder Malawi lockt gleicht alle Anwohner aus dem nahen Dorf an. Man wird von allen beobachtet, auch mal ein neues Gefühl.

Neugierige Einheimische beäugen die Camper

Neugierige Einheimische beäugen die Camper

Und dort fährt man auch mal Strecken, die eigentlich nur Sandpisten sind, wo überall Schlaglöcher vorhanden sind und man schon mal eine Panne im Nirgendwo hat. Hier ist die Durchschnittsgeschwindigkeit auch gering, 5 Stunden für 200 Kilometer ist schon eine gute Leistung. Das Befahren der weiten Landschaften ist meiner Meinung nach das Schönste. Weit und Breit nur Natur, des Nachts erblickt man in einem Sternenhimmel, den man von zu Hause aus so nicht kennt.

Fazit

Diese Touren ermöglichen Einblicke ins Land, die man mit normalen Pauschalreisen nicht erhält. Erkauft wird es mit stundenlangen Fahren, Übernachtungen in Zelten und Mitarbeit beim Kochen. Aber das ist der Spaß bzw. das Abenteuer.

Die Touren sind im Vergleich zu herkömmlichen Busreisen preiswerter. Und ein Aspekt, der nicht zu unterschätzen ist: Es sind internationale Gruppen, man kann sich viel erzählen am Lagerfeuer. Für mich war es ein Teil meines Englischkurses. In den Wochen hab ich mehr gelernt als während meiner Zeit an der Sprachschule in Kapstadt.

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